Heute geht es mit dem Schnellzug – Shinkansen – von Kyoto nach Himeji zur Burg des weißen Reihers. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 285 km/h ist der Shinkansen schneller als der deutsche ICE (250 km/h) und immer pünktlich. Die erste Strecke wurde übrigens 1967 eingeweiht. Heute zieht sich ein 3000km langes Streckennetz durch Japan, dass alle wichtige Großstädte verbindet. Allein auf der Strecke zwischen Tokyo und Hiroshima fahren am Tag 200 Züge, alle fünf Minuten rauscht also ein Shinkansen in den Bahnhof. Auf den Zentimeter genau hält er im Bahnhof, damit die Fahrgäste an markierten Stellen aus- und einsteigen können. Der Komfort lässt sich ungefähr mit einem erste Klassesitz im IC vergleichen, was jetzt nicht so berauschend ist aber immerhin. Der Shinkansen ist immerhin das am häufigsten genutzte Transportmittel für die Japaner, um von einer großen Stadt zur nächsten zu kommen. Preislich fährt man mit dem Zug besser, da auf japanischen Autobahnen hohe Mautgebühren verlangt werden. So sind auf den Autobahnen wochentags meistens LKWs zu sehen, während am Wochenende die städtischen Ausflügler die Straßen bevölkern. Was mir sofort negativ auffällt ist der Abstand der Bahnstrecke zu den Wohnhäusern. Zum Teil rast der Zug nur wenige Meter an Hochhäusern vorbei, wobei man wissen sollte, dass der Shinkansen einen Höllenlärm macht und durch seine Geschwindigkeit eine starke Druckwelle erzeugt. Der Lärmpegel ist ungefähr vergleichbar mit einer 100fachen Kolonne Panzer, die in voller Fahrt über eine wackelige Brücke rauschen oder einem ohrenbetäubenden Gewitter, wenn es sich gerade über einem auslässt. Nicht gerade angenehm, wenn das am Tag alle fünf Minuten geschieht. Ruhe herrscht da nur zwischen 22 Uhr und 5 Uhr morgens.
Bei unserer Ankunft in Himeji können wir schon vom Bahnhof aus in der Ferne die weiß erstrahlende Burg auf dem Hügel erkennen. Ein kurzer Marsch durch die Stadt bringt uns direkt an die Burgmauern dieser alten Verteidungsfestung vergangener Feudalherren. Hierhin zog sich die Bevölkerung samt Feudalherr und Samurai zurück, um Widerstand zu leisten. In ihrer Geschichte wurde die Festung trotz mehrerer Angriffe niemals wirklich eingenommen. Heute ist sie Unesco-Weltkulturerbe und wird täglich von einem endlosen Touristen-Strom heimgesucht.
Das Gebäude an sich ist wie alle japanischen Häuser aus Holz erbaut worden, wobei hier als Besonderheit die hölzerne Fassade weiß verputzt wurde. Das Fundament besteht aus teils unbehauenen Feldsteinen, andernteils aus speziell gemeißelten Steinen, welche insbesondere die Mauerkanten formen. Die Steine wurden wiederum von Untertanen aus dem ganzen Land herangeschafft und den Feudalherren zum Geschenk gemacht. Insgesamt haben 13 Familien in die Festung investiert und hier gewohnt. Ihre Wappen sind noch immer über das Gelände verteilt in Form von Dachziegel oder Mauermeißelungen zu sehen, um die Wohnstellen der Familien zu markieren.
Unser Weg führt uns bergauf durch die Befestigungsringe und den Wehrgang der Anlage zum Hauptwachturm. Ein Teil unserer Gruppe hat es ganz schön schwer, den Anstieg zu bewältigen – ständige höre ich ein Hecheln und Stöhnen bei jeder neuen Treppe. Dazu kommen das anhaltend nass kalte Wetter und die noch nicht erblühten Kirschknospen, nicht wirklich schön für diese Wanderung. Zu sehen gibt es nicht allzu viel – eher viel Leere. Einige Räume werden als Dienstmädchen-Zimmer oder Schlafzimmer der Samurai ausgewiesen. Im Mauerwerk sind noch deutlich erkennbar Schießscharten und Löcher zum Steine werfen auszumachen. Endlich am Hauptwachturm angekommen, steht uns die eigentliche Besteigung erst noch bevor. Sieben Stockwerke hoch steigen wir über arg steile Treppen hinauf in die Luft, umgeben von zahlreichen Japanern, die ebenfalls die Aussicht von oben genießen wollen. Mit jedem Stockwerk werden die Treppen steiler und die Stufen immer höher. Einst sollte das Angreifer abhalten, den Turm allzu schnell zu erstürmen. Gute Technik, wenn man das Gewicht der damaligen Samurai-Rüstungen bedenkt, die schon gut und gerne mal 20-30 kg wiegen konnten. Oben angekommen begrüßt uns ein kleiner Shinto-Schrein mit geopfertem Sake. Ob es wohl auffallen würde, wenn da ein Schlückchen fehlte? :)
Die Aussicht über die Stadt ist eine angenehme Belohnung nach diesem mühsamen Aufstieg. Bei einem Blick aus dem Fenster entdeckte ich an einem Dachgiebel eine Fisch-Figur, die sich mit dem Mund an das Dach klammert. Mir wird erklärt, dass Fische auf den Dächern als Repräsentanten für Wasser stünden und somit als Schutzgötter Glück vor Feuer bringen sollen. Na wenn das mal hilft. Habe noch nie einen Tonfisch Feuerwehr spielen sehen…
Da sich die Besichtigung der Burg dem Ende zuneigt, machen sich einige der Gruppe auf zu einer nahe gelegenen Parkanlage mit neun verschiedenen Themen-Gärten. In einem der Gärten entdeckte ich an einem kleinen Teich mit Koi-Karpfen einen Reiher, der erst gierig ins Wasser schielt und dann mich misstrauisch beäugt. Eine Weile schauen wir uns tief in die Augen, dann fängt mein Magen an zu knurren und ich mache mich auf mir ein Mittagsplätzchen zu suchen.
Gleich um die Ecke steht, überwachsen von einer alten Glyzinie, eine Sitzecke aus Holzbänken. Dort lasse ich mich nieder und genieße in aller Ruhe mein Mittagessen. Ein plötzliches Rauschen in der Luft macht mich aufmerksam. Mein Blick fällt auf den angrenzenden Zaun, auf dem nun der Reiher hockt und mir interessiert beim Mittagessen zuschaut. Der will doch nicht etwa was von meiner Banane oder dem Onigiri abhaben?! Die Fische waren ihm wohl doch eine Nummer zu groß. Inzwischen ist auch der Rest unserer Gruppe angekommen und es beginnt ein wildes Geknipse, wobei der Reiher erstaunlicherweise vollkommen unbekümmert weiter in meine Richtung starrt. Doch alles schauen nützt ihm nichts. Schon bald bin ich fertig und enttäuscht erhebt sich der Reiher wieder in die Lüfte, um nach Nahrung Ausschau zu halten.
Mein Weg führt mich zurück zum Bahnhof mit einem Abstecher in ein nahes Einkaufszentrum. Unglaublicherweise wimmelt es dort nur so von Menschen allen Alters – und das am frühen Nachmittag. Immer wieder laufen mir junge Mädchen mit Kniestrümpfen und Miniröcken oder ihrer Schuluniform (auch mit Rock) über den Weg. Das denen bei windigen 11 Grad Celsius nicht kalt ist… Die Auslagen der Läden erscheinen mir überladen und wenig ansprechend, die Lautstärke der Menschen tut den Rest und so verkrümle ich mich bald wieder aus der Shopping-Meile und warte am Bahnhof auf den Rest der Gruppe. Mein Abstecher zur Toilette brachte mir übrigens endgültig die Erkenntnis, dass Japaner Waschbecken in öffentlichen Toiletten nur anstandshalber anbringen. Leider gibt es nämlich nichts zum Hände abtrocknen, so dass die Wenigsten die Waschbecken nutzen.
Zurück nach Kyoto bringt uns einer der lokalen Regionalzüge. Mir erscheint er fast schon wie eine unserer vielen S-Bahnen, das gemütliche Schaukeln mit Halt in jedem kleinen Dorf. Bevor wir jedoch wieder in Kyoto eintrudeln machen wir noch einen Ausflug zur Akashi-Brücke. Diese Autobahn-Hängebrücke aus Stahl ist vier Kilometer lang und verbindet seit 1998 die Städte Kobe und Awaji auf der Insel Awajima. Mit einer Mittelspannweite von 1990,8 m ist sie die Brücke mit der größten Stützweite der Welt. Unter der Brücke wurde für Interessierte ein Gang angebaut, von dem man aufs Wasser oder unter Brücke entlang schauen kann. An einer Stelle ist ein 3 Meter langes Glasfenster in den Boden gelassen worden, so dass man direkt unter seinen Füßen dem Meer zuschauen kann. Ich beobachte eine japanische Familie mit drei Töchtern, die allesamt angsterfüllt vor dem Glasboden stehen und sich nicht drüber trauen. Wie bei einem Balanceakt hangeln sie sich an den Seiten mit viel Angstschreien am Geländer entlang. Der Vater ist nicht weniger ängstlich – was für ein Vorbild! Ich stehe derweil die ganze Zeit auf dem Glasboden und betrachte das Treiben, mache eifrig Fotos von den Mädels und amüsiere mich köstlich. Der Rest ist eher unspannend, wenn man wie ich bereits die Golden Gate Bridge, Tower Bridge, usw. gesehen hat. Außerdem ist das Wetter hier extrem unfreundlich. Ein starker, kalter Wind bläst uns um die Nasen und ein leichter Nieselregen lässt uns nach und nach erzittern.
Bloß schnell wieder in den Zug und zurück zum Hotel. Per Bummelzug fahren wir Richtung Kyoto, bis uns plötzlich unsere Reiseleiterin aus dem Zug treibt. Keiner versteht den Aufruhr, sollte doch der Zug direkt zum Hautbahnhof von Kyoto fahren. Am Bahnsteig wird klar, unsere Reiseleiterin möchte Zeit sparen und deshalb einen schnelleren Zug nehmen. Na wenn das mal was bringt. In der Kälte warten wir auf den nächsten Zug, der auch noch vier Minuten Verspätung hat. Der Zug selbst ist gerammelt voll und einige von uns müssen den Rest des Weges stehen. Auf den letzten 100 Metern vorm Bahnhof holen wir unseren alten Zug ein und kommen genau eine Minute eher an. Das hat sich doch gelohnt!
Aber vergessen wir das mal. Da mir noch genügend Zeit bleibt bis zum Abend bummle ich ein bischen in der Bahnhofsgegend umher. Auf der Suche nach einem Geldautomaten entdeckte ich einen 7-Eleven mit leckeren Nachschub-Onigiris. Wer im Übrigen Geldautomaten in Japan suchte, sollte immer 7-Eleven oder die Post aufsuchen, beide verfügen in der Regel über mindestens einen ATM.
Unter dem Kyoto-Tower befindet sich das lokale Warenhaus mit drei Etagen für allerlei Alltagskram, Souvenirs und Lebensmitteln. Die Ordnung oder eher Unordnung erinnert mich irgendwie an ein altes DDR Warenhaus aus meiner Kindheit. Das so genannte Handelshaus gibt es jedoch schon lange nicht mehr. Stattdessen steht dort seit nunmehr achtzehn Jahren eines der bedeutendsten modernen Einkaufszentren Ost-Berlins. Komisches Gefühl…. Ich beschließe den Tag mit einem leckeren Onigiri und verabschiede mich schon mal von dieser Stadt. Morgen geht es weiter aufs Land.
Bei unserer Ankunft in Himeji können wir schon vom Bahnhof aus in der Ferne die weiß erstrahlende Burg auf dem Hügel erkennen. Ein kurzer Marsch durch die Stadt bringt uns direkt an die Burgmauern dieser alten Verteidungsfestung vergangener Feudalherren. Hierhin zog sich die Bevölkerung samt Feudalherr und Samurai zurück, um Widerstand zu leisten. In ihrer Geschichte wurde die Festung trotz mehrerer Angriffe niemals wirklich eingenommen. Heute ist sie Unesco-Weltkulturerbe und wird täglich von einem endlosen Touristen-Strom heimgesucht.
Das Gebäude an sich ist wie alle japanischen Häuser aus Holz erbaut worden, wobei hier als Besonderheit die hölzerne Fassade weiß verputzt wurde. Das Fundament besteht aus teils unbehauenen Feldsteinen, andernteils aus speziell gemeißelten Steinen, welche insbesondere die Mauerkanten formen. Die Steine wurden wiederum von Untertanen aus dem ganzen Land herangeschafft und den Feudalherren zum Geschenk gemacht. Insgesamt haben 13 Familien in die Festung investiert und hier gewohnt. Ihre Wappen sind noch immer über das Gelände verteilt in Form von Dachziegel oder Mauermeißelungen zu sehen, um die Wohnstellen der Familien zu markieren.
Unser Weg führt uns bergauf durch die Befestigungsringe und den Wehrgang der Anlage zum Hauptwachturm. Ein Teil unserer Gruppe hat es ganz schön schwer, den Anstieg zu bewältigen – ständige höre ich ein Hecheln und Stöhnen bei jeder neuen Treppe. Dazu kommen das anhaltend nass kalte Wetter und die noch nicht erblühten Kirschknospen, nicht wirklich schön für diese Wanderung. Zu sehen gibt es nicht allzu viel – eher viel Leere. Einige Räume werden als Dienstmädchen-Zimmer oder Schlafzimmer der Samurai ausgewiesen. Im Mauerwerk sind noch deutlich erkennbar Schießscharten und Löcher zum Steine werfen auszumachen. Endlich am Hauptwachturm angekommen, steht uns die eigentliche Besteigung erst noch bevor. Sieben Stockwerke hoch steigen wir über arg steile Treppen hinauf in die Luft, umgeben von zahlreichen Japanern, die ebenfalls die Aussicht von oben genießen wollen. Mit jedem Stockwerk werden die Treppen steiler und die Stufen immer höher. Einst sollte das Angreifer abhalten, den Turm allzu schnell zu erstürmen. Gute Technik, wenn man das Gewicht der damaligen Samurai-Rüstungen bedenkt, die schon gut und gerne mal 20-30 kg wiegen konnten. Oben angekommen begrüßt uns ein kleiner Shinto-Schrein mit geopfertem Sake. Ob es wohl auffallen würde, wenn da ein Schlückchen fehlte? :)
Die Aussicht über die Stadt ist eine angenehme Belohnung nach diesem mühsamen Aufstieg. Bei einem Blick aus dem Fenster entdeckte ich an einem Dachgiebel eine Fisch-Figur, die sich mit dem Mund an das Dach klammert. Mir wird erklärt, dass Fische auf den Dächern als Repräsentanten für Wasser stünden und somit als Schutzgötter Glück vor Feuer bringen sollen. Na wenn das mal hilft. Habe noch nie einen Tonfisch Feuerwehr spielen sehen…
Da sich die Besichtigung der Burg dem Ende zuneigt, machen sich einige der Gruppe auf zu einer nahe gelegenen Parkanlage mit neun verschiedenen Themen-Gärten. In einem der Gärten entdeckte ich an einem kleinen Teich mit Koi-Karpfen einen Reiher, der erst gierig ins Wasser schielt und dann mich misstrauisch beäugt. Eine Weile schauen wir uns tief in die Augen, dann fängt mein Magen an zu knurren und ich mache mich auf mir ein Mittagsplätzchen zu suchen.
Gleich um die Ecke steht, überwachsen von einer alten Glyzinie, eine Sitzecke aus Holzbänken. Dort lasse ich mich nieder und genieße in aller Ruhe mein Mittagessen. Ein plötzliches Rauschen in der Luft macht mich aufmerksam. Mein Blick fällt auf den angrenzenden Zaun, auf dem nun der Reiher hockt und mir interessiert beim Mittagessen zuschaut. Der will doch nicht etwa was von meiner Banane oder dem Onigiri abhaben?! Die Fische waren ihm wohl doch eine Nummer zu groß. Inzwischen ist auch der Rest unserer Gruppe angekommen und es beginnt ein wildes Geknipse, wobei der Reiher erstaunlicherweise vollkommen unbekümmert weiter in meine Richtung starrt. Doch alles schauen nützt ihm nichts. Schon bald bin ich fertig und enttäuscht erhebt sich der Reiher wieder in die Lüfte, um nach Nahrung Ausschau zu halten.
Mein Weg führt mich zurück zum Bahnhof mit einem Abstecher in ein nahes Einkaufszentrum. Unglaublicherweise wimmelt es dort nur so von Menschen allen Alters – und das am frühen Nachmittag. Immer wieder laufen mir junge Mädchen mit Kniestrümpfen und Miniröcken oder ihrer Schuluniform (auch mit Rock) über den Weg. Das denen bei windigen 11 Grad Celsius nicht kalt ist… Die Auslagen der Läden erscheinen mir überladen und wenig ansprechend, die Lautstärke der Menschen tut den Rest und so verkrümle ich mich bald wieder aus der Shopping-Meile und warte am Bahnhof auf den Rest der Gruppe. Mein Abstecher zur Toilette brachte mir übrigens endgültig die Erkenntnis, dass Japaner Waschbecken in öffentlichen Toiletten nur anstandshalber anbringen. Leider gibt es nämlich nichts zum Hände abtrocknen, so dass die Wenigsten die Waschbecken nutzen.
Zurück nach Kyoto bringt uns einer der lokalen Regionalzüge. Mir erscheint er fast schon wie eine unserer vielen S-Bahnen, das gemütliche Schaukeln mit Halt in jedem kleinen Dorf. Bevor wir jedoch wieder in Kyoto eintrudeln machen wir noch einen Ausflug zur Akashi-Brücke. Diese Autobahn-Hängebrücke aus Stahl ist vier Kilometer lang und verbindet seit 1998 die Städte Kobe und Awaji auf der Insel Awajima. Mit einer Mittelspannweite von 1990,8 m ist sie die Brücke mit der größten Stützweite der Welt. Unter der Brücke wurde für Interessierte ein Gang angebaut, von dem man aufs Wasser oder unter Brücke entlang schauen kann. An einer Stelle ist ein 3 Meter langes Glasfenster in den Boden gelassen worden, so dass man direkt unter seinen Füßen dem Meer zuschauen kann. Ich beobachte eine japanische Familie mit drei Töchtern, die allesamt angsterfüllt vor dem Glasboden stehen und sich nicht drüber trauen. Wie bei einem Balanceakt hangeln sie sich an den Seiten mit viel Angstschreien am Geländer entlang. Der Vater ist nicht weniger ängstlich – was für ein Vorbild! Ich stehe derweil die ganze Zeit auf dem Glasboden und betrachte das Treiben, mache eifrig Fotos von den Mädels und amüsiere mich köstlich. Der Rest ist eher unspannend, wenn man wie ich bereits die Golden Gate Bridge, Tower Bridge, usw. gesehen hat. Außerdem ist das Wetter hier extrem unfreundlich. Ein starker, kalter Wind bläst uns um die Nasen und ein leichter Nieselregen lässt uns nach und nach erzittern.
Bloß schnell wieder in den Zug und zurück zum Hotel. Per Bummelzug fahren wir Richtung Kyoto, bis uns plötzlich unsere Reiseleiterin aus dem Zug treibt. Keiner versteht den Aufruhr, sollte doch der Zug direkt zum Hautbahnhof von Kyoto fahren. Am Bahnsteig wird klar, unsere Reiseleiterin möchte Zeit sparen und deshalb einen schnelleren Zug nehmen. Na wenn das mal was bringt. In der Kälte warten wir auf den nächsten Zug, der auch noch vier Minuten Verspätung hat. Der Zug selbst ist gerammelt voll und einige von uns müssen den Rest des Weges stehen. Auf den letzten 100 Metern vorm Bahnhof holen wir unseren alten Zug ein und kommen genau eine Minute eher an. Das hat sich doch gelohnt!
Aber vergessen wir das mal. Da mir noch genügend Zeit bleibt bis zum Abend bummle ich ein bischen in der Bahnhofsgegend umher. Auf der Suche nach einem Geldautomaten entdeckte ich einen 7-Eleven mit leckeren Nachschub-Onigiris. Wer im Übrigen Geldautomaten in Japan suchte, sollte immer 7-Eleven oder die Post aufsuchen, beide verfügen in der Regel über mindestens einen ATM.
Unter dem Kyoto-Tower befindet sich das lokale Warenhaus mit drei Etagen für allerlei Alltagskram, Souvenirs und Lebensmitteln. Die Ordnung oder eher Unordnung erinnert mich irgendwie an ein altes DDR Warenhaus aus meiner Kindheit. Das so genannte Handelshaus gibt es jedoch schon lange nicht mehr. Stattdessen steht dort seit nunmehr achtzehn Jahren eines der bedeutendsten modernen Einkaufszentren Ost-Berlins. Komisches Gefühl…. Ich beschließe den Tag mit einem leckeren Onigiri und verabschiede mich schon mal von dieser Stadt. Morgen geht es weiter aufs Land.
Hier noch der Link zur Foto-Gallerie des heutigen Tages.
Grüße an die Reisefreunde,
eure Sarah
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