Sonntag, 16. September 2007

Queen-Charlotte-Track

Hallihallo an alle eifrigen Leser!

Picton begruesste uns vorgestern (19Uhr) in totaler Finsternis. Das Kuestenstaedtchen ist vor allem bekannt fuer seinen Faehr-Service zwischen Nord- und Suedinsel NZ. Picton selbst liegt am suedlichsten Punkt des Queen-Charlotte-Sounds - unser naechstes Ausflugsziel fuer die folgenden Tage. An diesem Abend waren wir jedoch erstmal auf der Jagd nach einem warmen Essen. Vergeblich. Um 20 Uhr wurde man in allen Restaurants abgewimmelt, wenn nicht sogar mit dunklen Fenstern empfangen. Die letzte Rettung war schliesslich der lokale Pizza-Laden. Dort ging es fast schon Party aehnlich zu - Karaoke-Abend war angesagt. Eine groessere Gruppe Einwohner feierte zusammen mit dem DJ die neuen Lokal-Stars ;) Wir hoerten eine Weile zu und wiederstanden nur muehsam den Aufforderungen zum Mitmachen :))
Am naechsten Tag geht es nachmittags mit dem Wasser-Taxi zum aeussersten Punkt des Queen-Charlotte-Tracks. Ship Cove. An diesem Ort war einst Capt. Cook zum ersten Mal auf neuseelaendischem Boden gelandet, hatte Bier gebraut, sein Schiff repariert und nebenbei noch das Land fuer das britische Reich annektiert und erkundet. Hier trafen zum ersten Mal Maori und Europaer aufeinander. Heutzutage zeugen davon nur noch Schilder und ein Maori-Pfahl. Ausserdem gibt's einen typisch neuseelaendischen Picknickplatz samt Klo. Direkt hinter dem Steg beginnt der neuseelaendische Dschungel, in den wir uns denn auch schlagen. Steil geht es den Berg hinauf, vorbei an tausenden Farnen (Baumfarne, die fast schon wie Palmen aussehen) und dichtem Unterholz. Der erste Vogel den wir finden ist eine Busch-Henne. Bereits am Steg war uns einer dieser Voegel neugierig direkt vor der Naserumspaziert. Hier im Busch kommen sie manchmal auf den Weg spaziert und picken uns frech auf den dicken Wanderschuhen herum. Scheinen aber nicht zu schmecke und so verziehen sie sich wieder in die Buesche.
Wir setzen unseren Weg fort, vorbei an der Resolution Bay. Bald erreichen wir die erste Lodge (Cottages zur Uebernachtung). Hinter einem Baum steht ein alter, verrosteter VW-Bus. Innendrin Regale und Werkzeuge, die Scheiben sind zerborsten und auch sonst ist der Bus nicht ganz fahrtuechtig. Einfach so im Dschungel wurde er abgestellt und der Witterung ueberlassen. Kein seltener Anblick in NZ, wie wir noch feststellen werden. Felix schiesst ein paar Fotos und weiter ziehen wir. Unser Ziel fuer den tag ist die Furneaux Lodge - unsere Uebernachtungsmoeglichkeit fuer diese Nacht im Dschungel. Der Weg dorthin soll drei bis vier Stunden dauern. Nach einigen Fotostopps und Futtern mit Ausblick wird es alsbald dunkel. Also geht's mit der Taschenlampe weiter den steinigen Weg entlang. Im Dunkeln leuchten am Wegrand die Glow Worms - kleine Fliegen, deren Po leuchtet um Essen anzulocken. Sehr schoen und schon etwas komisch, nachts durch den Dschungel zu laufen. Leider muessen wir irgendwann feststellen, dass wir trotz vier Stunden Marsch erst 2/3 der Strecke geschafft haben. Etwas schnelleren Schrittes laufen wir weiter und sehen in der Ferne bereits unsere Lodge leuchten - still a long waz to go. Uns trennt eine weitere grosse Bucht von den warmen hellen Haeusern. Nach etwas mehr als fuenf Stunden kommen wir schliesslich an und nehmen unser tolles Wohnstudio in Empfang. Schlafzimmer, Wohnzimmer, grosses Bad und Blick auf die Bucht - gut getroffen! Abendessen gibt's im Lodge Restaurant, nebenbei laeuft der Nationalsport Rugby und die Anwesenden verfolgen eifrig die Rempelszenen auf der Mattscheibe. Ich mache derweile Bekanntschaft mit einem typischen NZ Gericht - frittierter Fisch & Chips :P Felix probiert sich an den leckeren Lamm-Haxen! Mit einem Whisky verziehen wir uns wieder ins Studio und gehen bald schlafen, um fit fuer den naechsten Tag zu sein.
Zur Staerkung fuer den neuen drei Stunden Marsch gibt's am Morgen erstmal ein deftiges Fruehstueck. Brot, ein Berg Ruehrei (mind. 10 Eier pro Person) und Lachs. Dann geht es weiter. Um 14.45 Uhr muessen wir an der naechsten Station am Steg stehen, damit uns das Wasser-Taxi wieder nach Picton faehrt. Abmarschzeit 11 Uhr - das wird knapp im Rueckblick auf den vorangegangenen Tag. Anscheinend haben die durchschnits NZ einen deutlich schnelleren Schritt drauf als deutsche Wanderer. Dementsprechend fix muessen wir durch den Dschungel laufen - Fotos inklusive. Der Weg laeuft sich gut und wir kommen rechtzeitig in Punga Cove an.

Bis bald Reisegemeinde!

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