Freitag, 14. September 2007

Kaikoura

Hallo Reisefreunde!

Unsere Fahrt nach Kaikoura hielt noch so manche Huerde fuer uns bereit. Eine Strecke von 240km erwartete uns nach der Delphin-Tour in Akaroa und einkaufen mussten wir auch noch. Der Weg fuehrte wieder zurueck nach Christchurch in eine der groesseren Malls ausserhalb der Stadt. Angeruestet mit einer Basis Fruehstuecks- und Abendbrotausstattung (Toast, Kaese, Schinken, Reis, Fleisch, G'muese, Saft) und einem Coffee-to-go fuer Felix machten wir uns an die Weiterfahrt. Mittlerweile hatte uns die Dunkelheit eingeholt (Sonne geht hier um 18 Uhr unter - Fruehling). So fuhren wir die kurvige Kuestenstrasse nach Kaikoura in totaler Dunkelheit. Einzige Lichtquellen - Mondlicht (in NZ kann man den Umriss des Mondes mit Schatten der Erde uebrigens super sehen), unsere Scheinwerfer und das Licht des doch recht regen Gegenverkehrs. Erst gegen neun Uhr erreichten wir das Motel, in dem wir bereits sehnsuechtig erwartet wurden. In der eigenen Kuechenzeile noch schnell ein Essen zaubern und dann ab ins Bett, um am naechsten Tag fit fuer die Waltour zu sein.
Der heutige Tag startete mal wieder sonnig und mit recht milden Temperaturen. Von unserem Zimmer aus hat man einen tollen Blick auf die Auslaufe der suedlichen Alpen Neuseelands. Da unsere Tour erst 13 Uhr starten soll, haben wir noch ausreichend Zeit fuer ein gemuetliches Fruehstueck mit Blick auf die Berge und eine Stadtbesichtigung. Kaikoura ist nicht sonderlich gross (wie fast alle Staedte NZ). Ein paar Restaurants, Bars, Backpacker-Unterkuenfte, eine Kirche und ein Supermarkt saeumen die einzige Hauptstrasse entlang des Steinstrandes. Die Anwohner haben etwas ausserhalb ihre Haeuser beziehungsweise Farmen. Auch in Kaikoura gibt's ein Visitor Center, bei dem wir vorsorglich schon mal ein Motel fuer die heutige Nacht in Picton buchen.
Beim Wal-Buero kommen die ersten schlechten Nachrichten. Moeglicherweise wird die Tour wegen schlechten Wetters auf See abgesagt. Gab wohl auch noch keine Walsichtung. Wir warten ab und geniessen auf der Terrasse am Strand noch ein bischen die Sonne.
Letztlich startet unser Ausflug dann doch mit Vorwarnung ''strong sea-sickness". Ein Bus bringt uns zum Cut (unser hochmodernes Boot mit Flugzeugsitzen) und schon geht's los! Bei Windstaerke 15 Knoten prescht das Boot durch die Wellen. Das Kribbeln im bauch will gar nicht mehr aufhoeren. Besser als jede Achterbahnfahrt! Nach zehn Minuten sieht man die ersten bleichen Gesichter und ueber Mikro erklaert unsere nette Fuehrerin Anweisungen gegen Seekrankheit (inkl. Kotztuetengebrauch :) Fuer alle anderen Passagiere werden ueber Grossbildschirm interessante Infos zu Walen und der Region Kaikouras erzaehlt. Wale benoetigen tiefes Wasser und tauchen bis zu 1.500m tief um an Futter zu kommen. Deshalb sieht man sie sonst nur auf hoher See. Nahe Kaikoura verlaeuft ein Tiefseegraben (ca. 3000m) in Kuestennaehe, weshalb sich auch hier Wale zeigen. Nur leider nicht fuer uns. Wir bekommen an diesem Tag keinen einzigen zu Gesicht.
Ab und zu wird das gestoppt, bleiche Gesichter an die frische Luft gebracht, das Panorama der suedlichen Alpen bewundert und im Wasser nach Walsignalen gelauscht. Dann schnell wieder rein ins Boot und weiter geht die Fahrt. Felix geht es gar nicht gut. Aber wenigstens ist er nicht der einzige Leidende. Nach drei Stunden kehren wir etwas enttaeuscht in den Hafen zurueck und bekommen 80% unseres Preises erstattet. Haben also effektiv 13Euro fuer drei Stunden Achterbahnfahrt ausgegeben :)

Als Ausgleich klettern wir danach noch zur Robben kolonie, wo ein paar vereinzelte Robben nach erfolgreicher Jagd auf den Felsen faulenzen und muede in unsere Kameras blinzeln. Felix faellt fast ueber eine Robbe, als er versucht einen guenstigen Platz fuer Sonnenuntergangsfotos zu finden. Der Rest der Robben tummelt sich leider auf einem etwas weiter im Wasser gelegenen Felsen, so dass wir sie nur aus der Ferne bei ihrem Spiel miteinander beobachten koennen.
Bei Sonnenuntergang verabschieden wir uns von Kaikoura und seine Wale auf Urlaub. Noch ein Coffee-to-go fuer Felix und weiter geht die Fahrt ach Picton.

Bis zum naechsten Mal,
Sarah & Felix :)

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